Matlab-Femset

Beispiel: Eigenschwingungen eines geraden Biegeträgers

Für den skizzierten Biegeträger mit konstantem Querschnitt berechne man

  1. mit einer Einteilung in nur zwei Elemente die Eigenfrequenz der Grundschwingung,
     
  2. mit der gleichen Elementeinteilung die Frequenz der Grundschwingung bei Vernachlässigung der Trägermasse ( ρA = 0),
     
  3. die drei kleinsten Eigenfrequenzen der Biegeschwingungen und die zugehörigen Schwingungsformen mit unterschiedlich feiner Elementeinteilung.

Gegeben:  EI = 3000 Nm2 ρA = 3 kg/m m = 2 kg  l = 1 m  .

Das Problem wird hier gelöst unter Verwendung des in FEMSET verfügbaren biegesteifen Elements für gerade Träger Bd2DKM (nebenstehendes Bild). Es hat zwei Knoten-Freiheitsgrade (Verschiebung und Biegewinkel), die Lage eines Knotens wird durch nur eine Koordinate festgelegt.Weil die Elementlänge le aus den Knotenkoordinaten berechnet werden kann, sind nur zwei Elementparameter (EI, ρA) erforderlich.

Für die Aufgabenstellungen a und b wird das nachfolgende MATLAB-Script verwendet, in dem zunächst das Berechnungsmodell aufgebaut wird. Die 3 Knoten 1, 2 und 3 liegen an den Punkten “Einspannung”, “Loslager” und “Masse m”, Element 1 liegt zwischen Knoten 1 und 2, Element 2 zwischen Knoten 2 und 3. Für beide Elemente gelten die Elementparameter  EI = 3000 Nm2 und ρA = 3 kg/m. Am Knoten 1 sind beide Verformungen (Vertikalverschiebung und Biegewinkel) verhindert, am Knoten 2 nur die Vertikalverschiebung. An jedem Knoten können eine Einzelmasse und ein Massenträgheitsmoment vorgegeben werden, hier ist nur am Knoten 3 die Masse m = 2 kg zu berücksichtigen.

Mit der FEMSET-Interface-Routine femeig_m wird in Zeile 10 die 1. (kleinste) Eigenkreisfrequenz des Systems berechnet, die in Zeile 11 als Grundfrequenz in das Command Window ausgegeben wird. Diese kann verglichen werden mit dem exakten Wert, der bei der Aufgabe 32-8 berechnet wird:

fexakt = 20,78 s -1 .

Trotz der recht groben Elementeinteilung ist das ermittelte Ergebnis praktisch exakt.

Die Aufgabenstellung b ist mit dem MATLAB-Script problemlos zu erledigen, es müssen nur in der Zeile 6 die beiden rhoA-Werte von 3 auf 0 geändert werden. Man erhält das Ergebnis

fmasselos = 22,83 s -1 .

Obwohl die auf die Länge verteilte Trägermasse größer ist als die Einzelmasse am Ende, ist ihr Einfluss auf die Grundfrequenz in diesem Fall recht klein. Diese Aussage gilt allerdings nicht allgemein..

Das nachfolgend zu sehende MATLAB-Script für die Aufgabenstellung c zeigt, dass die Realisierung einer variablen Anzahl von Elementen nicht nennenswert komplizierter ist:

 

In Zeile 9 wird die Anzahl der Elemente, in die der Träger unterteilt werden soll, festgelegt, danach werden die Matrizen des Berechnungsmodells mit den entsprechenden Dimensionen aufgebaut. Der femeig_m-Aufruf in Zeile 25 fordert nun die Berechnung der drei kleinsten Eigenkreisfrequenzen und fordert zusätzlich die Eigenschwingungsformen ab. Diese werden von der Function draweigvecs gezeichnet. Im Command Window findet man die Eigenfrequenzen, in einem Graphik-Fenster die Eigenschwingungsformen.

 

Die hier mit 20 Elementen berechneten Eigenfrequenzen sind praktisch exakt (Vergleich mit der exakten Lösung bei Aufgabe 32-8).

In der nachfolgenden Tabelle sind die Ergebnisse für unterschiedlich feine Elementeinteilung zusammengestellt. Man beachte, dass im Gegensatz zum elastostatischen Problem, bei dem die Finite-Elemente-Theorie des Biegeträgers die Biegetheorie exakt abbildet, die Schwingungsberechnung immer nur Näherungslösungen liefert, weil die Eigenschwingungsformen der analytischen Lösung der Differenzialgleichung durch trigonometrische Funktionen und Hyperbelfunktionen beschrieben werden, die durch die Polynomansätze der Finite-Elemente-Methode nur genähert werden.

n

2

8

20

50

Exakte Lösung

f1[s-1]

20,781

20,779

20,779

20,779

20,779

f2[s-1]

280,84

242,21

242,13

242,13

242,13

f3[s-1]

713,97

404,36

403,95

403,94

403,94

Zum Download verfügbar:

Homepage MatlabFemset

www.JuergenDankert.de

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